Literaturmagazine
In diesem Bereich finden sich Beiträge, die sich mit der Geschichte, Lage und Funktion von Literatur- und Kulturzeitschriften auseinandersetzen. Noch ist das Material überschaubar, aber wir werden suchen, sammeln, anfragen und selber berichten – und freuen uns über Zuschriften von Menschen, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben oder beschäftigen möchten!

Du bist nicht allein - Das Vernetzungsprojekt Junge Magazine: Was war, was ist, was kommt.
von Florian Kessler und Jan Valk   
Endlich einmal etwas, von dem genug für alle da ist: Es gibt viele Literaturzeitschriften in Deutschland. Sehr viele sogar, fast unüberschaubar viele. Diese Zeitschriften sind mal besser und mal schlechter, bedienen oft sehr verschiedene Leserkreise und werden mit den unterschiedlichsten Zielen herausgegeben. Was sie alle aber gemeinsam haben, ist die Grundmotivation ihrer Macher: die Freude am Eigenen, Speziellen, am Andersartigen.
 
Mögliche Eigenarten von Literaturzeitschriften, auf Anfrage zusammengestellt
von Ron Winkler   
L sind Ambitionsmelder. L bieten Mauerschauen aktueller Tendenzen. dabei befinden sich die L teilweise im edel visionären, teilweise im nur mitschwimmenden Zustand. L bedeuten Netzwerkoptionen, nicht Netzwerkgarantien. L sind Testöffentlichkeiten, Testhalböffentlichkeiten, ad-hoc-Dunkelkammern. vor allem für den Autor sind L Statussymbole, Zierrat, Talismane, aber auch notwendige Accessoires. L sind Schwebstoffe zwischen den marktstrategisch operierenden Verlagen und ihrer ökonomischen Vernunft.
 
Mein Bildungsroman - Gedanken zur Lage der Literaturzeitschriften
von Michael Braun   
Eine etwas hochnäsige Glosse in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gelangte im August 2004 zu einem sehr schroffen Urteil über den Zustand der deutschen Kulturzeitschriften. In Deutschland, so hieß es kategorisch, existierten „nur zwei in sich notwendige Kulturzeitschriften“: für die begriffsscharfen Intellektuellen gebe es den „Merkur“; die traditionsbewussten Mitteleuropäer mit einem emphatischen Verständnis von Dichtung seien mit „Sinn und Form“ gut bedient. Eine dritte Instanz wollte der Polemiker nicht gelten lassen: „Tertium non datur.“