Du bist nicht allein - Das Vernetzungsprojekt Junge Magazine: Was war, was ist, was kommt.
von Florian Kessler und Jan Valk   
Endlich einmal etwas, von dem genug für alle da ist: Es gibt viele Literaturzeitschriften in Deutschland. Sehr viele sogar, fast unüberschaubar viele. Diese Zeitschriften sind mal besser und mal schlechter, bedienen oft sehr verschiedene Leserkreise und werden mit den unterschiedlichsten Zielen herausgegeben. Was sie alle aber gemeinsam haben, ist die Grundmotivation ihrer Macher: die Freude am Eigenen, Speziellen, am Andersartigen. Die Szene lebt von ihrer Vielgestaltigkeit – hier liegt ihr Antrieb und ihre Stärke. Und diese Vielfalt schafft auch die spielerische Konkurrenz, die alle Beteiligten antreibt – den Reiz, hin und wieder etwas Besonderes zustande zu bringen, etwas das auffällt, anstößt, eine kleine Debatte eröffnet. Sichtbarkeit erzeugt.

Im Frühjahr 2007 hat nun mit dem Treffen junger Magazine erstmals ein Symposion stattgefunden, bei dem sich acht in den letzten Jahren gegründete Literaturzeitschriften getroffen haben, um darüber zu sprechen, wie in Zeiten knappster öffentlicher Kassen sinnvoll gearbeitet werden kann. Und um Besuchern im Rahmen einer kleinen Messe einmal gesammelt einen Ausschnitt aus der großen Zeitschriftenszene zu präsentieren – in all ihrer inhaltlichen und gestalterischen Unterschiedlichkeit. Das Arbeitstreffen fand im Literaturhaus Köln statt; abends, nachts, spätnachts gab es Lesungen, Diskussionen und Referate mit Zeitschriftenherausgebern, Zeitschriftenautoren und Zeitschriftensüchtigen. Gesprochen wurde über Vernetzungsstrategien und inhaltliche Demarkationslinien; über Möglichkeiten der Zusammenarbeit ohne Preisgabe konzeptioneller Trennschärfe. Obwohl einiges beschlossen wurde – die Gründung eines Werbeverbundes, eine Gemeinschaftshomepage, weitere gemeinsame Veranstaltungen – hatte das Treffen Junger Magazine dabei nichts von einer ökonomisch verordneten Zwangsheirat, sondern eher etwas von einer schönen kleinen Affäre; einer intensiven Begegnung, die man mit Freude erinnert und bei Gelegenheit gerne erneuert.

Vom Kölner Treffen sind rege Kontakte geblieben. Die Magazine tauschen untereinander Anzeigen aus, suchen gemeinsam nach Medienpartnern, ermöglichen sich gebündelte Präsentationen (etwa auf Zeitungsseiten wie dieser oder im Internet unter www.junge-magazine.de). Alleine wäre all das nicht möglich, nur gemeinsam kann auf die vielen guten Unterschiede der Projekte verwiesen werden. Für die Zukunft gilt dabei lediglich, dass Dialoge und Kooperationen ruhig zwischen noch viel mehr Zeitschriften fluktuieren sollten. Es gibt so viele in ihrer Ausrichtung und Geschichte spezielle und wirkmächtige Zeitschriftenprojekte, dass es spannend sein wird zu sehen, wer sich in den kommenden Jahren beim Treffen junger Magazine trifft, zusammentut, mal freundlich, mal geharnischt aufeinander bezieht. Das nächste Symposium der Zeitschriften findet im Juni 2008 im Literarischen Zentrum Göttingen statt – und wird ausklingen beim legendär dionysischen Sommerfest. Kommt uns besuchen – und bleibt den Zeitschriften treu! Es gibt viel zu entdecken ...
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