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Kritische Ausgabe 1/2008
Themenschwerpunkt: »Abenteuer«
Preis: 4,50 € (zzgl. Versand), 144 S.
»Abenteuer ist das Überschreiten von Grenzen zu einem höheren Nutzen«, schreibt Malte Welding in seiner Geschichte, die sich mit dem Thema dieses Heftes auseinandersetzt. Aber ist der Abenteuerbegriff damit umfassend beschrieben? In der Tat lassen sich viele Assoziationen dazu herstellen und, verschieden verknüpft, gibt es eine wahre Flut von »Abenteuern«, da wird auch das ganze Leben schon mal zu einem solchen.
Auf ganz andere Weise setzt sich die Literaturwissenschaft mit dem Abenteuerbegriff auseinander. Hier ist er vor allem im Kontext von Reisen in unbekannte Gebiete gebräuchlich – und auch in seiner Urform als »aventiure« im mittelalterlichen Ritterroman bleibt die Reise, das Verlassen der sicheren Burg und das damit einhergehende Zufällen-ausgesetzt-sein, Grundmotiv. Doch wie schwierig es ist, Abenteuerliteratur als Gattung auszumachen und von anderen abzugrenzen, zeigt schon der Vergleich zum Schelmenroman und seiner literarhistorischen Entwicklung, denn ließe sich »Don Quichote« nicht auch ohne weiteres in die Reihe der Abenteuerromane stellen?
Von Hartmanns von Aue »Erec« über die Werke Karl Mays bis hin zur modernen amerikanischen Abenteuerliteratur spannen die Artikel des Heftes den Bogen. Wie problematisch der Begriff Abenteuer dabei bleibt, zeigt sich in der immer wiederkehrenden Fragestellung nach dessen Bedeutung – als sei die Suche nach einer Begriffsdefinition selbst schon eine Reise voller Zufälle.
Weniger nach dem Begriff und der Geschichte der Abenteuerliteratur forschend, verfolgt Miriam Petersen die literarische Verarbeitung und Rezeption der Tagebücher zur »Endurance«-Expedition des britischen Polarforschers Ernest Shackleton. Hier ergänzt sich der Text mehr als nur symbolisch mit den Bildern, die den Thementeil dieser Ausgabe illustrieren: Die Photographien von Matthias Berg, entstanden im Sommer 2006 während einer Grönland-Expedition im Team von Arved Fuchs, erweitern das Herantasten an den Begriff des Abenteuers auf besonders eindrückliche Weise.
Daß im Literaturteil dieses Heftes nur männliche Autoren vertreten sind, hat auch uns zu denken gegeben. Denn es ist nicht so, daß wir keine Frauen nach Texten gefragt hätten – es wollte nur keine etwas zu unserem Thema beisteuern. Handelt es sich bei diesem literarischen Feld also tatsächlich um eine jahrhundertealte Männerdomäne? Wie für ein spannendes Forschungsthema üblich, bleiben daher auch hier einige Fragen offen.
In diesem Heft beginnen wir unsere neue Serie »In der Tat: Linguistik«, in der wir diese in der K.A. bisher etwas kurz gekommene, aber keineswegs »staubtrockene« Teildisziplin (nicht nur) der Germanistik und ihre vielfältigen Anwendungsgebiete in der Praxis vorstellen.
Mit der Frage, was man mit einem fertigen Germanistikstudium anfangen kann, setzt sich außerdem der schon seit 2006 in unserem Online-Magazin erscheinende Fragebogen für »Germanisten im Beruf« auseinander. In diesem Heft stellen wir Ihnen die Serie mit einem Fragebogen an Sigrid Behrens vor und laden Sie ein, einen Blick auf die Antworten vieler anderer »Germanisten, die es geschafft haben«, auf unserer Internetpräsenz zu werfen. Hier können Sie diese Ausgabe erwerben: http://kritische-ausgabe.de/index.php/bestellen/ |